
Zecken und deren Bisse in der Schwangerschaft lassen sich praktisch nicht vermeiden. Ein paar Schritte durch eine Wiese und schon kann es sein, dass Du den „Gemeinen Holzbock“ irgendwo auf Deinen Körper hast. Der nimmt dann keine Rücksicht auf deine Schwangerschaft und schon hast du dir einen Zeckenbiss eingefangen.
Den Biss bemerkst Du möglicherweise erst Tage später. Generell verursachen uns Zeckenbisse ein mulmiges Gefühl. Umso mehr beunruhigt uns ein Zeckenbiss in der Schwangerschaft noch mehr. Aber wie gefährlich ist ein Zeckenbiss während der Schwangerschaft für das ungeborene Baby wirklich? Was tun, wenn Du einen Zeckenbiss an Deinem Körper entdeckst?
Inhaltsverzeichnis
Gefährliche Krankheiten die durch Zeckenbisse auch in der Schwangerschaft übertragen werden
Wie Du sicher weißt, haben Zecken ihren schlechten Ruf aufgrund der Krankheiten, die von ihnen übertragen werden können. Laut dem RKI (Robert Koch Institut) werden von Zecken in Deutschland hauptsächliche die Borreliose übertragen, sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Borreliose ist eine Bakterieninfektion und kann verschiedene Organe, häufig die Haut, weiter auch Gelenke und das Nervensystem betreffen. Die genauen Symptome und wie gefährlich diese Erkrankung tatsächlich verläuft, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Wenn Du von Zecken während Deiner Schwangerschaft gebissen wirst, ist das Risiko, dass sich Dein Baby im Mutterleib mit Borreliose ansteckt glücklicherweise äußerst gering. Der Erreger kann zwar theoretisch über die Plazenta von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Praktisch sind aber keine diesbezüglichen Fälle bekannt.
Ähnlich ist es bei Zecken in der Schwangerschaft in Bezug auf die Frühsommer-Meningitis. Diese kann zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen. Den Angaben des RKI nach, ist jedoch auch die Übertragung der Infektion von der Mutter auf das ungeborene Kind, nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft, zwar theoretisch möglich. Fälle, wo Zeckenbisse in der Schwangerschaft zu einer Übertragung geführt hätten, sind aber in der Fachliteratur bis dato nicht beschrieben.
Was tun nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft?
Wie gesagt – das Risiko FSME oder Borreliose nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft auf Dein Baby zu übertragen ist verschwindend gering. Nichtsdestotrotz musst Du nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft natürlich auch auf Deine eigene Gesundheit und damit auf die Gesundheit Deines ungeborenen Kindes achten.
Wenn Du einen Zecken in der Schwangerschaft auf Dir entdeckst, solltest Du ihn entfernen. Dies geschieht richtig, indem Du die Zecke mit einer Pinzette, möglichst gerade, ohne hin- oder her-drehen, aus der Haut ziehst. Keinesfalls solltest Du nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft, die Zecke vorher mit Öl oder Klebstoff oder ähnlichem beträufeln. Dieses oft propagierte „Hausmittelchen“ kann nämlich dazu führen, dass die Zecke mehr Speichel abgibt, wodurch das Infektionsrisiko bei einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft steigt.
Nach der Entfernung der Zecke solltest Du die Stelle mit Desinfektionsmittel desinfizieren.
Nach dem Entfernen der Zecke solltest Du die Einstichstelle im Auge behalten. Wenn in den nächsten Tagen oder Wochen, nach einem Zeckenbiss in der Schwangerschaft, eine deutlich ringförmige Rötung um die Einstichstelle auftritt, ist dies häufig ein Hinweis auf Borreliose. Treten 7-14 Tage nach dem Biss grippeähnliche Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und ähnliches auf, kann dies ein Hinweis auf eine Infektion sein. In beiden Fällen solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Ansteckung?
Bei FSME gibt es keine ursächliche Behandlung. Lediglich die Symptome können medizinisch gelindert werden. Aus diesem Grund empfiehlt das RKI die FSME-Schutzimpfung, damit es erst gar nicht dazu kommt. Wenn Du Dich impfen lässt, dann werden die FSME-Antikörper auch an Dein Kind weitergegeben.
Borreliose wird mit Antibiotika behandeln. Aufgrund der vielfältigen Erscheinungsformen dieser Krankheit, wird Dein Arzt eine Untersuchung vornehmen, um die richtige Art von Antibiotika verschreiben zu können.