Zika-Virus in der Schwangerschaft

Zika-Virus in der Schwangerschaft

Der Zika-Virus hat sich seit 2015 vor alle in Mittel- und Südamerika verbreitet. Die Ausläufer reichen bis in die Karibik. Neurologische Komplikationen treten bei gesunden Menschen jedoch nur in seltenen Fällen auf. Zika wird jedoch als Ursache für Mikrozephalie bei Säuglingen angesehen und stellt demnach speziell für ungeborene Kinder eine Gefahr dar. Besonders in Brasilien traten die entsprechenden Krankheiten nach der Ausbreitung des Virus deutlich häufiger auf – und zwar um das zehnfache des üblichen Jahresdurchschnitts. Da es gegen den Virus bisher noch keine Impfung zur Prophylaxe gibt, wurde von der Weltgesundheitsorganisation (engl. WHO) zum 01.02.2016 eine gesundheitliche Notlage ausgerufen.

Wie kann man sich anstecken?

Der Hauptüberträger für den Zika-Virus sind infizierte Stechmücken der Gattung Aedes, genauer Aedes aegypti oder auch Aedes albopictus. Der wirksamste Schutz vor einer Ansteckung mit dem Zika-Virus in der Schwangerschaft ist demnach, sich besonders in den Ländern, in denen diese Mückenart heimisch ist, gegen Insektenstiche zu schützen. Schwangere Frauen sollten wegen des erhöhten Risikos für ihr ungeborenes Kind während ihrer gesamten bestehenden Schwangerschaft betroffene Länder meiden. Da der Zika-Virus auch durch Sexualkontakt übertragen werden kann, sollte der Mann bis zum Ende der Schwangerschaft seiner Partnerin ein Kondom verwenden, wenn er sich in einem betroffenen Land aufgehalten hat, da sich die Krankheitserrger auch im Sperma feststellen lassen.

Woher weiß ich, ob ich infiziert bin?

Die Infektion verläuft in den meisten Fällen ohne Symptome, so dass die Ansteckung mit dem Zika-Virus auch in der Schwangerschaft nur durch einen Bluttest festgestellt werden kann. Bei 20-40% äußert sie sich durch vielfältigen Symptomen, zum Beispiel durch Kopfschmerzen, Hautausschlag oder leichtem Fieber. Nach einer Woche sind die Symptome meist vollständig abgeklungen. Gegen den Zika-Virus selbst gibt es aktuell noch keine Medikamente oder eine Impfung, so dass lediglich die Symptome, nicht aber die Krankheit selbst behandelt werden können. Der Virus ist allgemein in Blut, Speichel, Muttermilch und Sperma nachweisbar.

Zika-Virus in der Schwangerschaft – in welchem Schwangerschaftsmonat besonders gefährlich?

Die WHO empfiehlt Frauen bis zum Ende der Schwangerschaft, in Regionen zu reisen, in denen der Zika-Virus hauptsächlich übertragen wird. Schon vor der ersten Schwangerschaftswoche sollten sich Frauen vor einer Ansteckung schützen, wenn sie Nachwuchs planen, um die Gefahr für ihr Kind zu minimieren. Nach einer möglichen Infektion wird empfohlen, zur Sicherheit 6 Menstruationszyklen abzuwarten. Bei einer gynäkologischen Untersuchung sollten Frauen auch dann ihre Reise in eines der betroffenen Länder erwähnen, wenn sie keine Symptome zeigen. Die risikoreichste Schwangerschaftswoche und die Antwort auf die Frage, in welchem Schwangerschaftsmonat es gefährlich ist, sich mit Zika anzustecken, wird um das erste Schwangerschaftsdrittel angegeben.

Wie gefährlich ist der Zika-Virus in der Schwangerschaft für mein ungeborenes Kind?

Kommt es dennoch zu einer Infektion des ungeborenen Kindes, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Mikrozephalie bei Säuglingen einer mit dem Zika-Virus infizierten schwangeren Frau bei 1 -29 %. Diese Krankheit lässt sich durch Ultraschall zwar feststellen, für die Diagnose liegen aber keine gemeinsamen Kriterien vor, so dass es teilweise zu Fehldiagnosen kommen kann. Nachweisbar ist die Erkrankung durch die Messung des Kopfumfangs während dem Ultraschall und nach der Geburt.

Auch andere Krankheiten können durch die Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind ausgelöst werden, etwa verschiedene Hirnanomalien, Beeinträchtigung der Sehkraft und des Hörvermögens oder Arthrogryposis multiplex congenita (angeborene Gelenksteife). Auch der intrauterine Fruchttod sowie Fehlgeburten bei nachgewiesener mütterlicher Zika-Virus Infektion wurden vereinzelt aufgeführt.

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